Baunebenkosten

Notar & Grundbucheinträge:

Der Notar beglaubigt den Kaufvertrag, veranlasst den Eigentümerwechsel und lässt die Grundschuld eintragen. Das alles kostet. Und dann wäre da noch das Grundbuchamt, wo alles eingetragen wird. Die wollen auch reichlich Geld haben. Zwischen 2% und 3% der Gesamtkosten des Projektes  sollte man insgesamt einkalkulieren.

 

Grunderwerbsteuer:

Das Finanzamt ist immer dann am Start, wenn es für relativ wenig Tätigkeit viel zu holen gibt. 🙂 Die Grunderwerbsteuer wird mindestens fällig auf den Kaufpreis für das Grundstück (unbebautes Grundstück). Sollte der Grundstückskauf über den Bauträger erfolgen, der für die Erstellung des Hauses zuständig ist dann wird die Steuer sogar auf das Grundstück und den Kaufpreis für das Haus fällig (bebautes Grundstück). In Deutschland beträgt diese zwischen 3,5% (z.B. Bayern) und 6,5% (z.B. Schleswig-Holstein) des für die Berechnung zu Grunde liegenden Kaufpreises.

 

Behördenleistungen:

Diverse Baugenehmigungen (z.B. Entwässerung, Erdwärme, Haus, Garage) müssen berücksichtigt werden. Wir haben hier mit 1.500€ insgesamt geplant, da wir nur einen verkürzten Bauantrag benötigt haben. Abhängig ist der Preis für die Baugenehmigung beim Haus vor allem von der Tatsache ob der Antragsteller eine große oder kleine Bauvorlageberechtigung besitzt. Die Vorlageberechtigungen sind streng gesetzlich geregelt. Es gibt in jedem Bundesland eigene Vorschriften / Landesbauordnungen (LBO) und eigene Gebührenordnungen. Auch wird unterschieden was alles genehmigt werden muss und was eventuell ohne Genehmigung bleiben kann, wenn man nach den gesetzlichen Vorgaben baut. Da sollte man sich grundsätzlich vor Baubeginn informieren.

Hinzu kommt die Schlusseinmessung, welche Pflicht ist und später für den Eintrag im Kataster sorgt. Geregelt ist dies im Vermessungs- und Katastergesetz (VermKatG). Der Preis ist abhängig von den Herstellungskosten des Hauses. Warum weiß keiner, ist aber gesetzlich vorgeschrieben in der Vermessungsgebührenverordnung (VermGebVO).

Wenn der Bauträger Baugrunduntersuchung und / oder Gebäude- und Grundstücksvermessung nicht im Angebot einkalkuliert hat kommen da auch schnell nochmal 1.000€ pro Position hinzu. Wir hatten Angebote von Bauträgern, die diese Positionen extra bezahlt haben wollten.

 

Anschlüsse

Seit 2018 ist es Vorschrift eine Mehrspartenhauseinführung einzusetzen. Diese kostet schnell mal 1.500€, wenn der Bauträger diese nicht in seinen Leistungen eingerechnet hat.

Der Telefonanschluss ist abhängig vom Anbieter. Die Telekom z.B. hat da derzeit (2018) einen festen Preis von 799€ bis zum Haus und dann nochmal 69,95€ für den Anschluss im Haus.

Der Stromanschluss wird in der Regel vom ortsansässigen Anbieter gelegt. Dieser ist abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und dem Umfang der Erdarbeiten. Wir haben pauschal mal 2.000€ eingerechnet.

Für das Fernsehen muss eventuell ein Kabelanschluss geplant werden. Wir bekommen keinen aber hätte Vodafone Kabel Deutschland einen angeboten wären wir wohl mit ungefähr 1.000€ dabei gewesen.

Der Gasanschluss kommt bei uns aufgrund der Wärmepumpe nicht zum tragen. So können wir keine seriösen Angaben machen

Den Trinkwasseranschluss kann man selbst beauftragen oder auch durch die örtlichen Wasserwerke legen lassen. Wir haben mal 1.500€ mit Erdarbeiten einkalkuliert.

Dann wäre da noch der Regen- und Schmutzwasseranschluss. Da dieser extrem von den geplanten Anschlüssen am Haus abhängig ist, ist dieser schwer zu verallgemeinern. Wir haben 4.000€ – 6.000€  geplant bisher, sind aber auch nicht so weit weg vom Kontrollschacht und haben auch die Entwässerung für das Carport eingeplant. Entscheidender Kostenfaktor ist ob man mit Spülschächten DN100 oder Revisionsschächten DN400 plant.

Unser Vorteil ist, dass der Schmutz- und Regenwasserkontrollschacht bereits auf dem Grundstück war und dieser daher im Grundstückskaufpreis integriert war. Nach unseren Informationen kann man sonst mit 4.000 – 5.000€ pro Schacht planen.

 

Bodenaushub, Bodenaustausch und Bodenabfuhr

Dies ist zu 100% abhängig vom Bodengutachten. Guter oder schlechter Untergrund? Eventuell sogar eine Pfahlgründung? Wir scheinen mit maximal 60cm Aushub und entsprechenden Austausch auszukommen. Hier hat der Bauträger meist auch einen Anteil in seiner Bau- und Leistungsbeschreibung. Zu berücksichtigen ist auch eine Baustraße, denn wenn die großen LKW kommen wollen die nicht einsacken. Weitere Faktoren sind u.a. das Material, welches man unter Zufahrt und Carport verwenden möchte. Eine Tragschicht aus Jelsa-Mineralgestein oder Natursteinschotter ist zum Beispiel deutlich teurer als normales Betonrecyclingmaterial. Es ist nicht möglich eine Prognose abzugeben.

Die Abfuhr von überschüssigen Boden lassen sich die Tiefbauer auch fürstlich entlohnen. Da sollte man rechtzeitig entsprechende Angebote einholen und vergleichen, wenn man den Boden nicht anderweitig los wird.

 

Baustrom und Bauwasser Anschluss und Verbrauch

Ohne Strom und Wasser funktioniert kein Bau. Wir haben insgesamt mit 1.500€ für beides inklusive Verbrauch, aber ohne Bautrockner, kalkuliert. Die Preise sind abhängig vom Baugebiet und vom Verbrauch durch den Bauträger während der Bauphase. Stellt der Bauträger z.B. Bautrockner auf und lässt das Estrichaufheizprogramm über Heizpatronen laufen, wird der Stromverbrauch in die Höhe schnellen. Diesen Posten haben wir allerdings extra aufgeführt. Der hier aufgeführte Preis ist für die Installation des Baustromzählers inklusive der Bereitstellung eines Kastens, wo dieser eingebaut werden kann. Beim Bauwasser haben wir mit einem Abschlag kalkuliert, der zumindest zum Teil bei der Installation des Wasseranschlusses durch den Versorger verrechnet wird.

 

Bautrocknung

Schwierig zu beziffernde aber nicht zu unterschätzende Größe in der Kalkulation. Wir haben festgestellt, dass das Gerät für das Estrichanheizprogramm pro Stunde ca. 14-15 kWh (bei Maximalleistung) verbraucht. Da sich dieses Programm über Tage hinweg erst systematisch hochfährt (teilweise mit Nachtabschaltung) und dann auch wieder herunterfährt muss man einen Mittelwert ermitteln. Wir denken 10 kWh ist da ein reeller Wert. Dazu kommen noch die Bautrockner. Diese haben, je nach Typ sehr unterschiedlich, einen kalkulierten Verbrauch von 1 KWh. Bei uns sind 3 Wochen Trocknungszeit geplant. Der Grundversorger, welcher den Baustrom liefert hat derzeit einen Arbeitspreis von knapp 31 Ct. / kWh. Bei ca. 5.000 KW ergibt das ca. 1.550 €, die man für die Bautrocknung einkalkulieren sollte

 

KfW-Experte

Der kann schnell teuer werden. Wir haben Preise von 1.500€ – 4.500€ gehört. Der Experte ist dafür zuständig die Förderfähigkeit zu planen, zu überwachen und zu bestätigen.

 

Versicherungen

Unser Bauträger hat eine Bauherrenhaftpflicht im Preis inbegriffen. Auf jeden Fall sollte man mit der Versicherung frühzeitig Kontakt aufnehmen, wenn dies nicht der Fall ist. Auch Feuerrohbau- und Diebstahlversicherungen sind wichtig.

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